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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Trauer um früheren Rothenberger Bürgermeister


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Am gestrigen Samstag verstarb überraschend der frühere Rothenberger Bürgermeister Hans Heinz Keursten. Er wurde 67 Jahre alt.

Keursten war 18 Jahre lang Rathauschef des Höhenortes, der am 1. Januar 2018 mit Beerfelden, Hesseneck und Sensbachtal zur Stadt Oberzent fusionierte. Er gilt mit seinen drei Kollegen Gottfried Görig, Thomas Ihrig und Egon Scheuermann als Architekt dieses zukunftsweisenden Zusammenschlusses.

Hans Heinz Keursten wurde 1952 in Wankum an der niederländischen Grenze geboren. Seine Ausbildung begann er erst 14-jährig 1966 bei der Heimatgemeinde. Zwölf Jahre war er anschließend ab 1969 in Wachtendonk tätig. Dann sollte ab 1981 für zehn Jahre die Stadtverwaltung von Neukirchen-Vluyn seine berufliche Heimat sein. 1991 zog es Hans Heinz Keursten dann in den Odenwald, „wegen seiner Leidenschaft für den Fußball und der Liebe zu seiner Frau Angelika“, wie es in einer Würdigung anlässlich seines 50. Jubiläums im öffentlichen Dienst hieß. In Bad König verantwortete er bis Anfang 2000 die städtischen Finanzen. Im Spätjahr 1999 wurde der damals 47-Jährige, in Finkenbach wohnhaft, gleich im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Rothenberg gewählt. Mit eindrucksvollen, hohen Mehrheiten von über 90 Prozent folgte bei zwei weiteren Urnengängen 2005 und 2011 die Bestätigung.

Während der 18 Keursten-Jahre wurde viel geleistet: Investitionen in die Infrastruktur, Straßenbau-Maßnahmen, Dorferneuerungen, Baugebietserschließungen, Brückenbau und -erneuerungen, Rückhaltebecken und vieles mehr.
Das letzte große Projekt des ehemaligen Bürgermeisters war der Umbau der Sporthalle, den das Gemeindeoberhaupt wie auch viele andere Maßnahmen als Baufachmann selbst plante. Die kurz vor seiner Pensionierung gestartete Erschließung des Neubaugebiets Alt-Schulzenfeld betreute er auch noch darüber hinaus. Mit hohem Engagement setzte er sich in seinem Heimatort für den Ausbau des Kindergartens, den Erhalt der Grundschule sowie Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen ein. Nach den Ortsbeiratswahlen im vergangenen Jahr übernahm er das Ehrenamt des Ortsvorstehers von Finkenbach, Hinterbach und Raubach.

Vor mehr als zehn Jahren war Keursten mit seinen Kollegen federführend bei der Gründung des Kommunalservices Oberzent. Der gilt als Initialzündung für die Oberzent-Fusion und deren Verwirklichung. Nicht nur im Rahmen der Fusionsgespräche wurde Hans-Heinz Keursten in Kreis und als stets engagierter und verlässlicher Gesprächspartner geschätzt. Seine Meinung als Fachmann war immer gefragt, seine joviale rheinische Art ließ ihn immer leicht mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

02.06.19

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