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Nachrichten > Kultur und Bildung

Das Satyr-Streichquartett und Sonja Maria Westermann konzertieren


(Foto: Agentur)

(bro) (khm) Am Freitag, 27. September, musizieren im ersten Kammerkonzert 71. Reihe 2019 - 20 der Eberbacher Kunstfreunde im evangelischen Gemeindehaus (Leopoldsplatz) ab 20 Uhr das Satyr-Streichquartett und Sonja Maria Westermann (Sopran) aus Leipzig Streichquartette und Liederkreise mit Streichquartettbegleitung.

Westermann studierte an den Musikhochschulen Karlsruhe, Würzburg und Bologna besuchte Meisterklassen u. a. von Prof. Cheryl Studer. Ihr Operndebüt feierte sie 2013. Es folgten Engagements in großen Partien des deutschen und italienischen Repertoires an den Theatern in Hof, Neustrelitz, Karlsruhe, Plauen-Zwickau, der Staatsoperette Dresden, u. a. Auslandsengagements führten sie nach Rom und Helsinki. In Leipzig sang sie in Wagners Götterdämmerung, in Beethovens IX. Sinfonie und in Verdis Requiem. Als Gräfin in Figaros Hochzeit war die gebürtige Waldbrunnerin und Abiturientin des Eberbacher Gymnasiums kürzlich auch bei den heimischen Schlossfestspielen Zwingenberg zu hören.

Das Satyr-Quartett mit Alexander Lesch und Maria Holzer-Graf (Violinen), Sebastian Hensel (Viola) und Carmen Dreßler (Violoncello), 2013 gebildet, richtet sein Hauptaugenmerk auf die Interpretation von Musik, die auf der authentischen Grundlage von Werktreue stattfindet. Um das Publikum einzubeziehen, gehört eine faktenreiche Moderation genauso dazu wie Anekdoten und Kurioses zu den Werken. Einen unbeschwerten Umgang mit Musik zeigt schon der Ensemblename, anspielend auf die mutwilligen, ausgelassenen Gesellen des Dionysos und neckischen Freunde der Nymphen aus der Mythologie. An unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen ist das Quartett interessiert, wie hier das Zusammenwirken mit Liedvortrag zeigt..

Von der zentralen Bedeutung Haydns fürs Streichquartett zeugen 83 Quartette, deren erstes er 23-jährig 1755 und deren letztes er 1803 71-jährig komponierte. Die Meinung, von Haydn könne man nichts Neues mehr erfahren oder es handle sich - infolge “leichterer“ Quartette - um „Dilettantenfutter“ oder "Einspielstücke" ist längst erledigt angesichts „streckenweise exorbitanter technischen Ansprüche“ nicht nur an den Primgeiger und der ausgesprochenen Experimentierlust Haydns. Das fünfte Quartett aus op. 76 (1797) D-Dur ist eines der sechs Meisterwerke aus Opus 76, zu denen Kaiser- und Sonnenaufgang-Quartett gehören. Es beeindruckt durch einen fantasievoll gestalteten und variierten Kopfsatz, durch ein von außergewöhnlicher Melodik und kompositorischer Verarbeitung geprägtes, sehr populäres Largo in Fis-Dur (sechs Kreuze) als Zentrum des Werkes, durch ein kontrastierendes, originelles Menuett und ein tänzerisches, überraschungsreiches Finale.
Im Jahr 1906 erschienen: "Meiner lieben Frau zugeeignet. Acht Lieder mit Begleitung von Streichquartett von Henri Marteau Op. 10. Die vertonten Gedichte stammten von Nikolaus Lenau (Nr. 1) und Agnes Marteau, der ersten Frau Marteaus (Nr. 2-8). Die Liebesgedichte sind durch Alliterationen (Stabreim) auffällig und erinnern an Wagners Vorliebe dafür. Sie heißen: An Agnes - Thränentropfen - Als die Liebe kam - In dem Garten meiner Seele - Liebeslied - Sonnenlied - Träume - Herbst. Die Ehe zwischen Agnes von Ernst, und dem weltreisenden Violinvirtuosen Marteau entwickelte sich nicht günstig und endete mit Scheidung. Marteau, geb. 1874 (Reims), gestorben 1934 (Lichtenberg bei Bayreuth), Sohn eines französischen Industriellen und einer deutschen Mutter, war Komponist und einer der berühmten Violinvirtuosen und -pädagogen der Zeit. Die Zeit 1908 bis 1914 bildeten den Gipfel seiner Karriere, die 1914 eine dramatische Wendung nahm. Marteau, in Deutschland bis 1920 Franzose und französischer Reserveoffizier mit gewissenhafter Teilnahme an dortigen Reserveübungen, galt in Frankreich 1914 als "Vaterlandsverräter" und im Land seiner Mutter als "Bürger des verhassten "Erbfeindes". So wurde er zunächst als Spionageverdächtiger mehrmals interniert und wieder freigelassen. Erst 1917 durfte er gegen Ehrenwort, nicht zu fliehen, nach Lichtenberg zurückkehren, seinem Sommerwohnsitz mit heutiger Marteau-Gedenkstätte. Als überzeugter Monarchist erlangte er 1920 durch Beziehungen zum schwedischen Königshaus die dortige Staatsbürgerschaft. An seine Erfolge als Solist und Pädagoge - etwa mit Schallplatten - konnte er nach dem Kriege nicht mehr anknüpfen, ein letztlich tragisches Schicksal.
Die Schaffensweise Robert Schumanns vollzog sich in Schüben. Er konzentrierte sich auf eine Werkgattung und hörte mit dem Komponieren erst auf, wenn er diesen Bereich ausgeschöpft zu haben glaubte. So waren seine ersten 23 Werke dem Klavier gewidmet. Danach wandte er sich dem Gesang zu und schrieb im "Liederjahr" 1840 allein 138 davon. In der Folgezeit 1841 bis 48 trat das Liedschaffen zu Gunsten anderer Gattungen (Sinfonik, Kammermusik) zurück. In einer zweiten Liederepoche (1849-52) entstanden u. a. die "Sechs Gesänge für eine Singstimme mit Pianoforte op. 107, hier in Fassung mit Streichquartett von Aribert Reimann (1994). Diese Zeit war erneut eine gewichtige Liederphase, in der er den Typ des "späten Lieds" schuf. Zu dessen Merkmalen gehörte eine "vom früheren Stimmungslied sich abhebende Raffung der Gestaltungsmittel bis hin zu einem streng und schmucklos abstrakt anmutenden Stil" im Gegensatz zur romantischen Lied-Ästhetik. Diese weniger bekannten Vertonungen leiden unter dem Vorurteil, sie seien schwächer als die Frühwerke, zeigten gar Schumanns psychische Probleme, wo es doch eher Unfähigkeit ist, das Spezifische einer anderen Komponierweise zu erfassen. "Anhand des späten, selten zu hörenden op. 107 lässt sich dies bestätigen oder hoffentlich widerlegen", auch wenn die gewählten Gedichte oft melancholischen Zug zeigen und ohne „lieto fine / happy-end“ bleiben.
Mendelssohn hinterließ ein Œuvre von ca. 250 Einzelwerken, darunter viele Kammermusiken. Vater Abraham Mendelssohn, Sohn des Philosophen Moses Mendelssohn, förderte sehr die Begabung des Sohnes, dessen weiteres Leben ihn zeigen als Initiator einer Bachrenaissance, indem er 1829 in Berlin die Matthäuspassion wiederaufführte, und in Leipzig als Gewandhausorchester-Dirigenten und Konservatoriumsbegründer. Über Mendelssohn schrieb Nietzsche in „Jenseits von Gut und Böse“ (Werke 1 / VII, S. 213), er sei "der schöne Zwischenfall der deutschen Musik", die sich auch wahrhaft auszeichnet "durch musikalische Eleganz und Formsicherheit ohne avantgardistisches Schockieren, gepaart mit „durchsichtiger Verständichkeit der Tonsprache und Anbindung an die Vorbilder der klassischen Tradition“ Das Besondere an seinen Streichquartetten ist dabei, dass er zur Form des durchkomponierten klassischen Streichquartetts zurückfindet, während das modische “Virtuosenquartett"- (Solo-Voline mit Streichtrio) zurückgedrängt ist. Sein erstes Quartett (a-moll op. 13, 1827) beginnt mit einem Adagio wie ein Lied ohne Worte. Es wird in ein leidenschaftliches Allegro vivace übergeleitet, bis das anfängliche Adagio wiederkehrt. Ein Adagio non lento mit schlichter, klagender Thematik folgt, dem eine kunstvolle Fuge sich anschließt, bis der liedhafte Anfang wiederkehrt. An dritter Stelle steht für klassisches Menuett mit Trio ein Intermezzo: Allegretto con moto mit Allegro di molto. Sein gemütvolles Thema wirkt durch gezupfte Begleitung wie ein Ständchen. Der Trio-Teil kontrastiert als Fugato, das, schnell hingetupft, an den typisch dahinhuschenden Elfenton Mendelssohns erinnert. Danach der Finalsatz Presto wuchtig mit rezitativischer Violin-Melodie über begleitendem Tremolo (schnellste Tonbewegung). Nach freizügigen Passagen und strengeren Fugati kehrt leise verklingend das Adagios des Kopfsatzes wieder, was dem Quartett zyklische Formung verleiht.

Einlasskarten für Nichtabonnenten sowie Programmhefte gibt es an der Abendkasse.

10.09.19

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